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Der SC DHfK Leipzig stoppt seine Negativserie und schlägt die ETV Piranhhas Hamburg mit 9:6. Leo Saarinen trifft viermal, Luca Vogel hält die Hamburger mit einem Doppelpack im Spiel — doch das Tor des Abends gelingt Schlussmann Jonah Koop: Bei 19:41 Minuten des Schlussdrittels erzielt der Torhüter den 9:6-Endstand und wird zum besten Spieler der Partie gekürt. Es ist das erste Torhütertor der Bundesligageschichte — und ein Hamburger schreibt es.

1. Drittel: Der SC startet diesmal hellwach

Eine Woche zuvor hatte der SC DHfK in Dresden die Partie mit 2:6 nach dem ersten Drittel verloren — diesmal gelingt der Blitzstart. Bereits nach 8:02 Minuten bringt Juuso Suotula den SC nach Vorlage von Leo Saarinen mit 1:0 in Front. Die Führung hält nur 89 Sekunden: Olli-Oskari Suonmaa nutzt die Vorarbeit von Luis Moes zum 1:1 (9:31).

Als Carl von Bismarck bei 10:19 Minuten wegen Haltens auf die Strafenbank muss, nutzt der SC die Überzahl: Jesaja Hummel vollendet nach Vorlage von Suotula zum 2:1 (10:46) — 27 Sekunden nach Beginn der Strafzeit. Kurz vor der Drittelpause legt Leo Saarinen nach Zuspiel von Johann Fohrenkamm zum 3:1 nach (15:01). Der Unterschied zu Dresden: Eine Woche zuvor war die frühe Führung noch in einem 2:6-Rückstand nach dem ersten Drittel verpufft — diesmal bringt der SC die starke Anfangsphase über die Pause.

2. Drittel: Der ETV dreht die Partie

Nach der Pause kehren die Rollen vorübergehend um. Felix Braun verkürzt bei 4:16 Minuten nach Vorarbeit von Jonathan Tore Heins auf 3:2, Luis Moes gleicht bei 6:00 Minuten zum 3:3 aus. Dann dreht Luca Vogel auf: Bei 9:30 Minuten trifft der Offensivmotor der Piranhhas ebenfalls nach Vorlage von Heins — der ETV führt mit 4:3 und hat die Partie fast acht Minuten lang im Griff.

Erst in der 18. Minute findet der SC eine Antwort: Nicolaus Ondruschka trifft bei 17:24 Minuten zum 4:4. Nach 40 Minuten steht es ausgeglichen — mit dem besseren Gefühl für den Gastgeber, der die zwischenzeitliche Führung der Hamburger gerade noch abgewendet hat.

3. Drittel: Saarinens Vierling und Koops Krönung

Die Entscheidung fällt in der Schlussphase. Zuerst trifft Julius Ondruschka früh im Abschnitt nach Vorlage von Kristers Babris zur 5:4-Führung (4:23). Bei 15:07 Minuten erhöht Saarinen nach Vorlage von Suotula auf 6:4 — doch Luca Vogel kontert nur eine Minute später zum 6:5 (16:10, Vorlage von Felix Braun). Die Hamburger sind wieder dran.

Dann übernimmt Saarinen komplett: Bei 18:22 Minuten vollendet er nach erneuter Vorlage von Suotula seinen Hattrick zum 7:5 — und nur 13 Sekunden später legt er mit seinem vierten Treffer des Abends nach (18:35). Flemming Per Kühl verkürzt noch einmal zum 8:6 (18:53, Vorlage von Paul Dall). Doch das Schlusswort gehört einem Torhüter: Jonah Koop trifft bei 19:41 Minuten zum 9:6-Endstand.

Torhütertor: Jonah Koop schreibt Bundesligageschichte

Das Tor des Abends hat historische Qualität. Seit dem neuen Regelwerk SPRGK 2026 dürfen Torhüter im 5-gegen-5 erstmals selbst Tore erzielen — zuvor war das nur im 3-gegen-3-Format erlaubt. Jonah Koop ist der erste, der es in der 1. Floorball Bundesliga tut: In allen bisher beendeten Partien der Saison 2026/27 ist sein Treffer das einzige Torhütertor der Liga. Zur Krönung wird der 24-Jährige nach dem Abpfiff auch noch zum besten Spieler der Partie gewählt.

Die Vorgeschichte kennen die floorballheroes-Leser: Koop begann seine Karriere in der Saison 2011/12 beim TSC Wellingsbüttel, dem Hamburger Verein, bei dem zahlreiche Bundesligaspieler ihre ersten Schritte machten — beim TSC hütete er das Tor in jeder Altersklasse. Acht Saisons lief er anschließend für Blau-Weiß 96 Schenefeld auf, ehe er aus Studiengründen im Sommer zum SC DHfK wechselte. Mit den 3-vs-3-WM-Herren seines Heimatvereins TSC gewann er sensationell Bronze. In unserem September-Interview sagte er zu den neuen Regeln: „Natürlich freue ich mich auch auf die Chance, Tore erzielen zu können.“ Sechs Spieltage später hat er sie erledigt.

Die Prognose im Faktencheck

Im Vorbericht hatten wir ein 5:3 für den SC getippt und geschrieben, Leipzig müsse endlich eine komplette Defensivleistung über 60 Minuten zeigen. Den Sieger haben wir damit richtig getippt — von der Defensivleistung blieb allerdings wenig: sechs Gegentore. Stattdessen entschied diesmal die Offensive das Spiel: sechs verschiedene Torschützen, vier Treffen von Saarinen, ein Tor und drei Vorlagen von Suotula — genau die Breite, die wir dem SC im Faktencheck zugetraut hatten.

Die andere Schlüsselfrage des Abends — „Kann die Bonn-Defensive auch auswärts reisen?“ — beantwortete sich klar mit Nein: Neun Gegentore nach dem 2:1 gegen Bonn. Auch ohne den Bonn-Helden Jussi Kursula, dafür mit Nicolas Flathmann im Tor, bleiben die Piranhhas auswärts sieglos (dritte Auswärtsniederlage in Folge). Luca Vogel bestätigte indes seine Rolle als Solomotor: Doppeltorschütze und beste Spieler der Hamburger.

Mit dem Sieg überholt der SC die Hamburger in der Tabelle (zehn gegen acht Punkte) und beendet die Negativserie nach den Derby-Niederlagen gegen Chemnitz und Dresden. Beide Teams bestreiten am Sonntag ihr Wochenend-Doppel: Der SC empfängt Blau-Weiß 96 Schenefeld, der ETV muss noch zum Titelverteidiger nach Weißenfels.


SC DHfK Leipzig – ETV Piranhhas Hamburg 9:6 Drittelergebnisse: 3:1, 1:3, 5:2 Datum: 10. Oktober 2026 · Spielort: Sporthalle am Rabet, Leipzig Zuschauer: 104 · Schiedsrichter: Mateusz Jarysz und Kamil Serocki Auszeichnungen: Jonah Koop (SC DHfK Leipzig) und Luca Vogel (ETV Piranhhas Hamburg)