Der Titelverteidiger empfängt den Tabellenletzten! Am 6. Spieltag der 1. Floorball Bundesliga gastiert Blau-Weiß 96 Schenefeld beim UHC Sparkasse Weißenfels. Fünfter gegen Zwölften — auf dem Papier eine klare Sache für den Meister. Doch die Weißenfelser Saison ist bislang ein einziges Nervenspiel: Drei der fünf Partien des UHC entschieden sich erst mit einem Tor Unterschied oder in der Verlängerung.
Ausgangslage
UHC Sparkasse Weißenfels: Der Meister und seine engen Kisten
Neun Punkte aus fünf Spielen, Platz fünf — für die meisten Teams eine solide Bilanz. Für den Titelverteidiger ist es ein durchwachsener Start. Das Muster ist auffällig: Der UHC entscheidet eng oder verliert knapp.
- 1. Spieltag: 8:7 n. V.-Heimsieg gegen die DJK Holzbüttgen
- 2. Spieltag: 8:7-Auswärtssieg bei den Berlin Rockets
- 3. Spieltag: 3:6-Auswärtsniederlage beim MFBC Leipzig
- 4. Spieltag: 4:2-Heimsieg gegen die Unihockey Igels Dresden
- 5. Spieltag: 5:6 n. V.-Auswärtsniederlage bei den Floor Fighters Chemnitz
Besonders bitter war die letzte Partie: In Chemnitz führte der UHC bereits mit 3:0, im Schlussdrittel mit 4:1 und wieder mit 5:4 — ehe Chemnitz jeweils zurückkam und Valentin Müller mit seinem dritten Treffer den Meister in der Verlängerung noch schlug. Mit 28:28 Toren ist das Torverhältnis ausgeglichen, die Defensive mit 28 Gegentoren in fünf Spielen das offene Problem des Meisters — auch in den Siegen gegen die DJK und in Berlin kassierte der UHC jeweils sieben.
Blau-Weiß 96 Schenefeld: Der Kampf gegen den Abstieg
Für die Norddeutschen läuft es deutlich rauer. Drei Punkte aus fünf Spielen, Platz zwölf — punktgleich mit dem VfL Red Hocks Kaufering, aber mit dem schlechteren Torverhältnis auf dem letzten Platz der Tabelle. Mit 20 erzielten Toren hat nur Aufsteiger Kaufering (14) eine schwächere Offensive, mit 37 Gegentoren steht die Defensive nach München (46) auf dem vorletzten Platz.
- 1. Spieltag: 4:12-Heimniederlage gegen die Unihockey Igels Dresden
- 2. Spieltag: 6:7-Heimniederlage gegen den FBC München
- 3. Spieltag: 4:1-Heimsieg gegen den VfL Red Hocks Kaufering
- 4. Spieltag: 4:6-Auswärtsniederlage bei den SSF Dragons Bonn
- 5. Spieltag: 2:11-Heimniederlage gegen die DJK Holzbüttgen
Die drei Punkte holte Schenefeld im einzigen Saisonsieg gegen den punktgleichen Tabellennachbarn Kaufering. Immerhin: Gegen München (6:7) führte man nach dem ersten Drittel mit 3:2, und beim 4:6 beim Tabellendritten Bonn gewann man das Schlussdrittel immerhin mit 2:1. Gegen den neuen Tabellenführer aus Kaarst gab es zuletzt eine Lehrstunde: Beim 2:11 fielen allein fünf Gegentore im Schlussdrittel. Die Hoffnung trägt ein junger Name: Julius Dittmer, amtierender U17-Trophy-Sieger, führt mit drei Toren und zwei Vorlagen gemeinsam mit Frederic Thiele die Schenefelder Scorerliste an.
Das Direktduell
In der vergangenen Saison trafen beide Teams zweimal aufeinander, beide Male gewann der UHC: 8:3 in der heimischen Stadthalle, 7:6 im Rückspiel in Schenefeld. Blau-Weiß beendete die Hauptrunde als Neunter — die Klasse hat der Nordklub also, nur die Konstanz fehlt in dieser Saison bislang.
Worauf es ankommt & Schlüsselspieler
Januševskis‘ Klasse gegen Schenefelds verteilten Angriff
Der beste Weißenfelser ist auch ligaweit in Spitzengesellschaft: Markuss Januševskis kommt auf fünf Tore und sechs Assists (elf Punkte, Platz 7 der Scorerliste). Dahinter sorgen Hannes Kowalewicz (sechs Tore, Doppeltorschütze in Chemnitz) und Karo Kantola (drei Tore, ebenfalls doppelt in Chemnitz) für Gefahr. Mit Niklas Janne Blanke und Tim Böttcher, dem Overtime-Helden des Auftaktsieges, hat der Meister genug Waffen.
Bei Blau-Weiß verteilen sich die Tore auf viele Schultern: Frederic Thiele (vier Tore, ein Assist) und Julius Dittmer (drei Tore, zwei Assists) führen die Liste an, dahinter stehen mit Christian Besch, Christoph Goers und Marius Schwartz weitere Torschützen. Und Timo Rother, letzte Saison im Nordderby mit einem Schenefelder Treffer in Erscheinung getreten, hat in dieser Saison in zwei Einsätzen bereits zweimal getroffen. Genau diese Breite braucht es, um die Weißenfelser Defensive vor Probleme zu stellen.
Der taktische Schlüssel
Vier Niederlagen in fünf Spielen — dass zwei davon nur knapp ausfielen (6:7 gegen den FBC München, 4:6 beim Tabellendritten Bonn), ist aus Schenefelder Sicht das beste Argument, auch in Weißenfels Schritt zu halten. Der UHC wiederum kassierte in fünf Spielen bereits 28 Gegentore und lässt Gegner auch in vermeintlich sicheren Spielen dran. Wenn der Meister die Defense in den Griff bekommt, ist die Partie eine Hausnummer mit Ansage. Lässt der UHC den Gegner wie zuletzt in Chemnitz im Spiel, wird es auch gegen den Tabellenletzten wieder eng — immerhin traf Schenefeld in dieser Saison in jedem Spiel mindestens zweimal.
Beide Teams übrigens mit Wochenend-Doppel: Der UHC empfängt am Sonntag die ETV Piranhhas Hamburg, Schenefeld reist weiter zum SC DHfK Leipzig.
Prognose
Der UHC spielt zu Hause, hat mit Januševskis und Kowalewicz die klareren Torschützen und trifft auf die zweitschwächste Offensive der Liga. Alles spricht für den Meister — nur die eigene Defensive nicht, die auch schwächeren Gegnern stets Tore schenkt. Wir erwarten einen Arbeitssieg des Titelverteidigers, in dem Schenefeld zwar trifft, am Ende aber klar den Kürzeren zieht.
Unser Tipp: UHC Sparkasse Weißenfels – Blau-Weiß 96 Schenefeld 6:3.
Spieldaten auf einen Blick
- Begegnung: UHC Sparkasse Weißenfels vs. Blau-Weiß 96 Schenefeld
- Wettbewerb: 1. FBL Herren, 6. Spieltag
- Datum & Uhrzeit: Samstag, 10.10.2026, 15:00 Uhr
- Spielort: Stadthalle, Beuditzstraße 69A, 06667 Weißenfels

